Wissen
Glossar
Begriffe aus der Fliegerei, kurz und verlässlich erklärt. Auf allen Seiten sind die Begriffe automatisch verlinkt.
8
A
ADS-B
Das Flugzeug sendet Position, Höhe und Kennung selbsttätig aus. In Europa über den Transponder (1090 MHz Extended Squitter).
Technik
AIP
Das amtliche Luftfahrthandbuch mit Flugplatzkarten, Verfahren und Lufträumen. Allein das AIP ist verbindlich, Community-Daten wie auf dieser Seite sind es nicht.
Navigation
AZF
Das deutsche Funkzeugnis, das zusätzlich zum Sichtflug auch den Instrumentenflugfunk abdeckt.
Funk · gilt in DE
Auffrischungsschulung
Regelmäßige Übungsflüge mit Fluglehrer, die zum Verlängern der Berechtigung nötig sind, bei UL alle zwei Jahre.
Lizenzen & Ausbildung · gilt in DE
Auflastung
Die Erhöhung der zulässigen Abflugmasse eines UL von 472,5 auf 600 kg nach LTF-UL 2019, nur für Muster, die der Hersteller dafür zugelassen hat.
Regeln & Zulassung · gilt in DE
B
E
ED-R
Ein deutsches Gebiet, in dem Flüge nur unter Auflagen oder gar nicht erlaubt sind, etwa über Kernkraftwerken oder bei Großveranstaltungen.
Lufträume · gilt in DE
EFIS
Bildschirm statt Rundinstrumenten: Fluglage, Geschwindigkeit, Höhe, Motorwerte und oft Karte auf einer Anzeige.
Technik
Endanflug
Der letzte Abschnitt vor der Landung, in Pistenrichtung. Auf Englisch final.
Flugplatz
F
FLARM
Kollisionswarngerät, das die eigene Position aussendet und andere FLARM-Träger warnt. Im Segelflug weit verbreitet, im Motorflug zunehmend.
Technik
Fahrtmesserbogen
Die Farbmarkierungen am Fahrtmesser: weiß der Klappenbereich, grün der normale Betrieb, gelb nur in ruhiger Luft, rot die Vne.
Technik
Flugfläche (FL)
Höhe über der Standarddruckfläche 1013,2 hPa, in Hundert Fuß. FL 65 heißt 6.500 ft bei eingestelltem Standarddruck.
Navigation
Flugleiter
Person am Boden, die den Flugbetrieb an einem deutschen Landeplatz beaufsichtigt. Keine Flugsicherung: Der Flugleiter gibt Hinweise, keine Freigaben.
Flugplatz · gilt in DE
Flugvorbereitung
Vor jedem Flug Pflicht: Wetter, NOTAM, Lufträume, Masse und Schwerpunkt, Kraftstoff und die Eignung der Plätze.
Regeln & Zulassung
G
I
J
K
L
LAPL
EASA-Lizenz für Leichtflugzeuge bis 2.000 kg mit vereinfachtem Medical. Gilt nur in EASA-Staaten, nicht weltweit.
Lizenzen & Ausbildung
LTF-UL
Die deutsche Bauvorschrift für Ultraleichtflugzeuge. LTF-UL 2003 begrenzt auf 472,5 kg, LTF-UL 2019 erlaubt 600 kg.
Regeln & Zulassung · gilt in DE
Leermasse
Die Masse des flugfertigen Luftfahrzeugs ohne Besatzung und ohne ausfliegbaren Kraftstoff, bei UL einschließlich Rettungssystem.
Technik
Luftraum
Der Luftraum ist nach ICAO in Klassen A bis G eingeteilt. Für Sichtflieger in Deutschland zählen C, D, E und G.
Lufträume
Luftraum E
Kontrollierter Luftraum, in dem Sichtflieger ohne Freigabe fliegen dürfen. In Deutschland meist ab 2.500 ft über Grund, nahe Flughäfen ab 1.000 ft.
Lufträume · gilt in DE
Luftraum G
Unkontrollierter Luftraum vom Boden bis zur Untergrenze des Luftraums E. Sichtflug ohne Freigabe und ohne Funkpflicht, außer in Zonen wie RMZ.
Lufträume · gilt in DE
M
METAR
Die halbstündliche Wettermeldung eines Flugplatzes: Wind, Sicht, Wolken, Temperatur, Taupunkt und QNH in festem Format.
Wetter
MOGAS
Handelsübliches Autobenzin (Super oder Super Plus), für Rotax-Motoren freigegeben. Gegenstück ist AVGAS 100LL, verbleites Flugbenzin.
Technik
MTOW
Die höchstzulässige Abflugmasse. Bei deutschen UL 472,5 kg, nach Auflastung 600 kg; für LSA 600 kg, für VLA 750 kg.
Technik
Medical
Das Tauglichkeitszeugnis. Für UL genügt in Deutschland ein Zeugnis nach LuftPersV, für LAPL das LAPL-Medical, für PPL die Klasse 2.
Lizenzen & Ausbildung
Mindestflughöhe
Über Städten und Menschenansammlungen mindestens 300 m über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 600 m, sonst 150 m über Grund.
Regeln & Zulassung
Missed Approach
Der Abbruch des Anflugs. Im Sichtflug: durchstarten, Vollgas, Klappen stufenweise ein, zurück in die Platzrunde.
Flugplatz
N
P
PPL
Die Privatpilotenlizenz nach ICAO und EASA, weltweit anerkannt. Grundlage für weitere Berechtigungen wie Nachtflug oder Instrumentenflug.
Lizenzen & Ausbildung
PPR
Landen nur nach vorheriger Genehmigung, meist ein Anruf beim Platz. Ohne PPR-Anfrage ist die Landung nicht erlaubt.
Flugplatz
Platzrunde
Der festgelegte Kurs um einen Flugplatz: Abflug, Querabflug, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug. Richtung und Höhe stehen in der Anflugkarte.
Flugplatz
Q
R
RMZ
Ein Gebiet mit Funkpflicht: Vor dem Einflug meldet man sich auf der angegebenen Frequenz und bleibt in Hörbereitschaft.
Lufträume
Rettungssystem
Ein Fallschirm für das ganze Flugzeug, der per Rakete ausgeschossen wird. In Deutschland für Ultraleichtflugzeuge vorgeschrieben.
Technik · gilt in DE
Rollhalt
Die Haltemarkierung vor der Piste. Hier wird gestoppt, der Anflug beobachtet und erst danach aufgerollt.
Flugplatz
S
SPL-UL
Die deutsche Lizenz zum Führen von Ultraleichtflugzeugen (Luftsportgeräteführer). Ausbildung und Prüfung über DULV oder DAeC, national gültig.
Lizenzen & Ausbildung · gilt in DE
Schwerpunkt
Die Lage des Massenschwerpunkts, angegeben als Abstand zur Bezugsebene. Er muss innerhalb der im Handbuch genannten Grenzen liegen.
Technik
Segelflugsektor
Bereich, in dem Segelflugbetrieb stattfindet und der zeitweise für andere Luftfahrzeuge gesperrt oder eingeschränkt ist.
Lufträume · gilt in DE
Segelflugzeug
Motorloses Luftfahrzeug, das aus Aufwind Höhe gewinnt. Gestartet wird per Winde, Flugzeugschlepp oder mit Klapptriebwerk.
Technik
Seitenwindkomponente
Der Anteil des Windes quer zur Piste. Das Handbuch nennt eine erprobte Höchstgrenze, oft 15 bis 20 kt.
Wetter
Sichtflugwetterbedingungen (VMC)
Die Mindestwerte für Sicht und Wolkenabstand, unter denen Sichtflug erlaubt ist. Sie hängen von Luftraum und Höhe ab.
Regeln & Zulassung
Sonderlandeplatz
Ein deutscher Landeplatz ohne allgemeine Betriebspflicht, Landungen nur mit Erlaubnis des Halters, oft PPR. Die meisten Vereinsplätze sind Sonderlandeplätze.
Flugplatz · gilt in DE
Squawk
Der vierstellige Code, den der Transponder sendet. 7000 ist der Standard für Sichtflug in Europa; 7500, 7600 und 7700 sind Notcodes.
Funk
Startarten
Im Segelflug die Art des Starts: Windenstart, Flugzeugschlepp oder Eigenstart. Jede braucht eine eigene Berechtigung.
Lizenzen & Ausbildung
T
TAF
Die Flugplatzvorhersage, meist für 9, 24 oder 30 Stunden. Gleiches Format wie das METAR, dazu Änderungsgruppen wie TEMPO oder BECMG.
Wetter
TMG
Reisemotorsegler: ein Motorsegler mit fest eingebautem Motor, der wie ein Flugzeug startet. Braucht eine eigene Klassenberechtigung.
Lizenzen & Ausbildung
TMZ
Ein Gebiet, in dem der Transponder eingeschaltet sein muss, meist rund um Verkehrsflughäfen im unkontrollierten Luftraum.
Lufträume
Taupunkt
Die Temperatur, bei der die Luft gesättigt ist. Liegen Temperatur und Taupunkt nah beieinander, drohen Nebel und niedrige Wolken.
Wetter
Thermik
Aufsteigende warme Luft. Für Segelflieger der Antrieb, für Motorflieger vor allem Turbulenz am Nachmittag.
Wetter
Transponder
Sendet Kennung (Squawk) und Höhe an die Flugsicherung. Mode S ist heute Standard; in bestimmten Lufträumen und Zonen Pflicht.
Technik
Trimmung
Stellt die Ruderkräfte auf null, damit das Flugzeug die gewählte Geschwindigkeit ohne Druck am Steuer hält.
Technik
U
V
VFR
Sichtflugregeln: Der Pilot navigiert und hält Abstand nach Sicht. Ultraleichtflugzeuge fliegen ausschließlich nach VFR.
Regeln & Zulassung
Va
Die höchste Geschwindigkeit, bei der volle Ruderausschläge die Zelle nicht überlasten. In Turbulenz nicht schneller fliegen.
Technik
Vergaservereisung
Eisbildung im Vergaser, die den Motor drosselt oder ausgehen lässt. Möglich auch bei warmem Wetter, wenn die Luft feucht ist.
Wetter
Verkehrslandeplatz
Ein deutscher Landeplatz mit Betriebspflicht während der veröffentlichten Zeiten. Jeder darf landen, ohne vorher zu fragen.
Flugplatz · gilt in DE
Verstellpropeller
Propeller, dessen Blattwinkel sich verstellen lässt: flach für Start und Steigflug, steil für den Reiseflug.
Technik
Vfe
Höchstgeschwindigkeit mit ausgefahrenen Landeklappen, am Fahrtmesser das Ende des weißen Bogens.
Technik
Vne
Die höchstzulässige Fluggeschwindigkeit. Darf nie überschritten werden, sonst drohen Strukturschäden. Am Fahrtmesser ist es die rote Marke.
Technik
Vs
Die Mindestgeschwindigkeit, bei der die Strömung am Flügel abreißt. Vs0 gilt in Landekonfiguration mit ausgefahrenen Klappen, Vs1 in Reisekonfiguration.
Technik