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Pilatus PC-12 Pro erhält zertifiziertes Safety Autoland
Von Nico Pliquett · 25.09.2026
EASA und FAA haben die Notlandefunktion für die neueste PC-12-Generation zugelassen. Das System kann bei Handlungsunfähigkeit im Cockpit einen geeigneten Flugplatz auswählen, anfliegen und die Landung automatisiert durchführen.
Die Pilatus PC-12 Pro hat am 24. September 2026 die Zulassung von EASA und FAA für Safety Autoland erhalten. Die Funktion ist Teil des neuen Cockpits auf Basis des Garmin G3000 Prime und soll die einmotorige Turboprop im Notfall selbstständig zum nächsten geeigneten Flugplatz bringen. Die Meldung wurde am 25. September 2026 in Europa aufgegriffen. Safety Autoland ist für Fälle vorgesehen, in denen der Pilot oder die Pilotin unerwartet handlungsunfähig wird, etwa durch einen medizinischen Notfall. Aktiviert wird das System per Knopfdruck. Es kann außerdem eine Handlungsunfähigkeit erkennen und dann selbst übernehmen. Nach der Aktivierung informiert es die Insassen und übernimmt die vollständige Kontrolle über das Flugzeug. Für die Auswahl des Zielflugplatzes wertet das System Flugzeugstatus und Navigationsdaten aus. Berücksichtigt werden unter anderem Landebahnlänge, Wind, Wetterbedingungen und die verbleibende Treibstoffmenge. Anschließend berechnet Safety Autoland eine Route, bezieht das umliegende Gelände ein und führt das Flugzeug bis zur Landung. Während des automatisierten Flugs steuert das System auch Komponenten, die für Anflug und Landung wichtig sind. Dazu gehören Landeklappen, Fahrwerk, Beleuchtung und Enteisung. Auch der Funkverkehr wird automatisch übernommen. Das Flugzeug sendet Meldungen auf den passenden Frequenzen, damit Flugsicherung und Personen am Boden über die Notsituation informiert werden. Nach der Landung kann das System das Triebwerk automatisch abschalten. Für die Zertifizierung musste Pilatus den vollständig automatisierten Ablauf in umfangreichen Flugtests vorführen. Dazu gehörten die Aktivierung, die automatisierte Kommunikation, der Anflug, die Landung und das Abschalten des Triebwerks ohne Eingriff der Testcrew. Die Technik basiert auf Garmin Emergency Autoland, das bereits in anderen Mustern eingesetzt wird. Im Dezember 2025 kam ein solches System bei einer Beechcraft King Air 200 nach einem Druckabfall in der Kabine real zum Einsatz. Die PC-12 Pro wurde im März 2025 vorgestellt. Ihr neu gestaltetes Cockpit nutzt drei 14-Zoll-Displays und bleibt mit einer aktuellen Version des Pratt & Whitney Canada PT6 ausgerüstet. Für Betreiber und Halter ist die Zulassung ein weiterer Schritt hin zu stärker automatisierten Sicherheitsfunktionen in der Allgemeinen Luftfahrt. Wann Safety Autoland in Kundenflugzeugen freigeschaltet wird, ist noch nicht bekannt.
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