
01.08.2026
Ausflug nach Wangerooge
Mit der C42 von Lüneburg über Bremerhaven nach Wangerooge, einen Tag auf der Insel und mit Rückenwind wieder zurück.
Nico Pliquett2 Flüge · 439 km · 3 h 20 min
Samstag, 1. August 2026
Finja und ich wechseln in Lüneburg vom Auto in die C42. Unser Ziel ist Wangerooge. Für den Hinflug rechne ich wegen des Gegenwinds mit einer niedrigeren Geschwindigkeit über Grund, auf dem Rückweg wollen wir höher fliegen und den Rückenwind nutzen.
Vor dem Start kontrolliere ich die Maschine und fülle den Tank auf 65 Liter. Für den Hinflug kalkuliere ich etwa 25 Liter. Da wir über Wasser fliegen, legen wir Schwimmwesten an. Beim Tanken befestige ich außerdem das Erdungskabel am Auspuff, damit mögliche elektrische Ladungen keinen Funken verursachen.
Route, Gewicht und Schwerpunkt, Dokumente und Kraftstoffvorrat sind geprüft. Danach arbeite ich die Checkliste ab, verriegele die Türen, sichere das Rettungsgerät und starte den Motor. Um 10:59 Uhr rollen wir mit der D-MXLG zur Piste 25 und starten Richtung Wangerooge.
Von Lüneburg geht es mit Schwimmwesten an Bord Richtung Nordsee, nach dem Start drehe ich links ab, verlasse die Platzrunde Richtung Westen und steige südlich an Lüneburg vorbei zunächst höher, denn Höhe bedeutet zusätzliche Energie und damit mehr Möglichkeiten, falls etwas passieren sollte. Später müssen wir wieder sinken, um unter den Wolken und dem Luftraum rund um Hamburg zu bleiben, kurz vor Bremerhaven weiche ich etwas Regen aus, kann ihn aber nicht ganz vermeiden, und über Bremerhaven erreichen wir schließlich die Nordsee. Auf dem Weg nach Wangerooge sind viele andere Flugzeuge unterwegs, FIS weist uns beim Abschied noch einmal ausdrücklich auf den Verkehr hin, deshalb fliege ich einen kleinen Schlenker und richte die C42 anschließend mit einer Rechtskurve auf den Flugplatz aus. Im Gegenanflug setze ich die erste Klappenstufe, danach folgen Queranflug und Endanflug bei schwachem Wind, kurz vor der Landung taucht noch ein Vogel auf, und um 12:37 Uhr setzen wir gut, wenn auch nicht ganz auf der Centerline, auf Wangerooge auf, wo die ULs auf dem dicht belegten Vorfeld eng am Zaun neben den größeren Echo-Maschinen stehen.
- Dauer
- 1 h 38 min
- Strecke
- 194 km
- Max. Höhe
- 3.353 ft
- Max. Geschw.
- 166 km/h
Nach dem Abstellen sehe ich mir die vielen Maschinen auf dem Platz an. Neben mehreren C42 stehen dort unter anderem Tecnam, WT9 Dynamic, Falke, Bristell, Remos, Piper PA-28 und eine große Dornier. Immer wieder kommen weitere Flugzeuge herein. Wangerooge ist an diesem Tag ein ausgesprochen lebhaftes Ziel.
Danach erkunden wir die Insel zu Fuß. Am Strand ist sehr viel los, fast jeder Strandkorb scheint besetzt zu sein, und sogar im 17 Grad kalten Wasser sind Menschen. Nur an einem ruhigeren Abschnitt wird es kurz still. Später gehen wir zurück und essen etwas.
Wieder an der C42 prüfe ich zuerst den Tank. Die Anzeige steht bei rund 40 Litern. Für den Rückflug wollen wir zunächst an einigen Inseln entlangsteigen und dann auf 5.000 Fuß gehen. So können wir den Luftraum bei Bremen überfliegen und anschließend mit einem kleinen Schlenker südlich um die Hamburger Kontrollzone Kurs auf Lüneburg nehmen. Auch mögliche Fallschirmsprunggebiete habe ich bei der Planung berücksichtigt.
Die große Dornier auf dem Platz
Strandkörbe dicht an dicht, dahinter die Promenade
Ein ruhigerer Abschnitt am Wasser
Finja und ich am Strand
Über den Bohlenweg zurück durch die Dünen
In Wangerooge rollen wir bei viel Verkehr zur Piste 27, ich lasse mich nicht unter Druck setzen und arbeite die Checkliste in Ruhe ab, nach dem Start drehe ich links weg und verlasse die Platzrunde früh, weil die nächste Maschine bereits dicht hinter uns startet. Den Flug entlang der Inseln nutzen wir für den Steigflug auf 5.000 Fuß über den Luftraum bei Bremen, wegen des Gegenwinds bleiben zeitweise nur etwa 80 km/h über Grund, oben ist die Luft kühl und ruhig. Nach dem Abbiegen Richtung Festland schiebt uns kräftiger Rückenwind an, mit der 80 PS starken C42 erreichen wir teilweise rund 200 km/h über Grund und laut Flugdaten eine maximale Höhe von 2.203 Metern. Vor Lüneburg melde ich uns zur Landung auf Piste 25, fliege südlich um die Stadt direkt in den Gegenanflug und halte im Endanflug bei deutlichem Seitenwind die Nase wegen des Vorhaltewinkels nach rechts, während uns der Wind nach links versetzt, über den Bäumen bewegt leichte Verwirbelung die C42, danach wird der Wind wieder konstant, ich gleiche den Vorhaltewinkel aus und komme zur Centerline zurück.
- Dauer
- 1 h 41 min
- Strecke
- 244 km
- Max. Höhe
- 7.228 ft
- Max. Geschw.
- 202 km/h
Um 17:43 Uhr landen wir wieder in Lüneburg. Diese Landung gefällt mir noch besser als die auf Wangerooge. Im Tank bleiben etwa 15 Liter, also immer noch eine Reserve von fast einer Stunde. Hinter uns liegen ein schöner Ausflug, eine Pause mit Essen auf der Insel und ein Rückflug, bei dem wir zeitweise hoch oben nahe den Wolken unterwegs waren.
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