PILOTCENTER
Ein generischer leichter Hubschrauber steht auf einem Vorfeld neben einer nachgebildeten Offshore-Landeplattform.Robinson Helicopter Company

Technik & Ausrüstung

Robinson R44 Airtruck absolviert unbemannte Demoflüge in Louisiana

Von Nico Pliquett · 09.09.2026

Der ferngesteuerte Hubschrauber wurde Anfang September am Acadiana Regional Airport vorgeführt. Robinson sieht die R44 Airtruck vor allem als Frachtdrohne für Offshore-Einsätze.

Robinson Helicopter Company hat am 2. und 3. September 2026 am Acadiana Regional Airport in New Iberia, Louisiana, Demoflüge mit der unbemannten R44 Airtruck durchgeführt. Wie FLUG REVUE berichtet, fanden die Flüge vor geladenen Gästen aus Industrie und Regierung sowie weiteren Beobachtern statt. Durchgeführt wurden sie von der Aviation Academy of Louisiana zusammen mit PHI Aviation. Der US-Hersteller will den ferngesteuerten Hubschrauber unter anderem als Frachtdrohne für die Offshore-Industrie anbieten. Gemeint sind Einsätze zu Öl- und Gasplattformen oder vergleichbaren Anlagen auf See, bei denen Material und Ausrüstung transportiert werden. Laut Robinson zeigte die R44 Airtruck während der zwei Tage ihre betriebliche Bereitschaft für solche Missionen. Zum Demonstrationsprogramm gehörten nach Angaben des Herstellers das Be- und Entladen von Fracht, Landungen auf erhöhten Decks, Präzisionspositionsbestimmung, die Integration in den Luftraum und wiederholte Anflüge auf eine Plattform, die als Offshore-Deck konfiguriert war. Ein Offshore-Deck ist eine Hubschrauberlandeplattform, wie sie auf Anlagen auf See genutzt wird. Angaben zu einer Zulassung oder zu einem Zeitplan für einen regulären kommerziellen Einsatz nennt die Meldung nicht. Die R44 Airtruck basiert auf der Robinson R44, einem weit verbreiteten leichten Hubschrauber. Für den unbemannten Betrieb wurde sie mit einem Autonomy-Flugsystem von Rotor Technologies ausgerüstet. Ein solches System übernimmt oder unterstützt Flugfunktionen, die bei einem bemannten Hubschrauber durch die Crew an Bord ausgeführt werden. Die Nutzlastkapazität gibt Robinson mit bis zu 500 Kilogramm an. Bei den Demoflügen wurde die R44 Airtruck nicht allein gelassen, sondern von einer zweiköpfigen Crew betrieben. Dazu gehörten ein verantwortlicher Pilot an der Fernsteuerung und eine Person für den Bodensupport. Für Piloten ist dieser Punkt wichtig, weil unbemannter Betrieb in der Praxis weiterhin klare Verantwortlichkeiten, Luftraumintegration und Bodenverfahren benötigt. Robinson verweist außerdem darauf, dass die Airtruck wegen ihrer Nähe zur bemannten R44 von bestehender Infrastruktur und vorhandenen Wartungsprozessen profitieren soll. Die Wartung könne auch im Feld erfolgen, so der Hersteller. FLUG REVUE berichtet zudem, dass Robinson im März eine Geschäftseinheit für unbemanntes Fliegen gegründet hat. Neben der R44 Airtruck arbeitet das Unternehmen an der R44 Sprayhawk für Landwirtschaft und Umweltmissionen sowie gemeinsam mit Sikorsky an der R66 Turbinetruck für Verteidigungslogistik.

Im Artikel

Kommentare

Was meinst du dazu? Ergänzungen, Erfahrungen, Nachfragen.

Noch keine Kommentare. Mach den Anfang.

Mit einem Konto: mitreden und antworten. Flüge aufzeichnen, Plätze abhaken, Reisen schreiben, mitreden und den Marktplatz nutzen.

Anmelden oder Konto anlegen

Mehr dazu