d2v1ff7au5mtjm.cloudfront.netTechnik & Ausrüstung
Electra testet Flächenflugzeug mit Verfahren für Hubschrauber
Von Nico Pliquett · 25.09.2026
Der EL2 Demonstrator nutzt in Virginia Flächen und Anflugverfahren, die bisher vor allem für Rotorflugzeuge gedacht sind. Die Erprobung soll Grundlagen für künftige Instrumentenflugnetze der Advanced Air Mobility liefern.
Electra hat am 22. September 2026 den Beginn von Erprobungsflügen mit seinem zweisitzigen EL2 Demonstrator in Virginia gemeldet. Das festflügelige Versuchsmuster nutzte dabei Bereiche, die für Hubschrauber vorgesehen sind, unter anderem einen Heliport auf dem Vorfeld des Roanoke-Blacksburg Regional Airport. Auch an weiteren Flughäfen in Virginia wurden solche Betriebsflächen einbezogen. Im Mittelpunkt stehen Verfahren, die eher aus dem Hubschrauberbetrieb bekannt sind. Dazu zählen instrumentenflugähnliche Abläufe für vertikale oder sehr kurze An- und Abflüge. Instrumentenflug, kurz IFR, erlaubt Flugbetrieb nach festgelegten Verfahren und mit Navigationshilfen auch bei eingeschränkter Sicht. Für neue Luftverkehrskonzepte ist entscheidend, ob solche Verfahren zuverlässig geplant, zugelassen und in den bestehenden Verkehr integriert werden können. Electra entwickelt hybrid-elektrische Regionalflugzeuge mit sehr kurzer Start- und Landestrecke. Der geplante EL9 Ultra Short soll wie der Demonstrator mit einem Bodenrollweg von 150 Fuß auskommen. Das entspricht rund 46 Metern. Grundlage ist das sogenannte Blown-Lift-Prinzip, bei dem Propellerluft gezielt über die Tragflächen geführt wird, um bei niedriger Geschwindigkeit mehr Auftrieb zu erzeugen. Anders als ein Hubschrauber bleibt das Konzept ein Flächenflugzeug, soll aber näher an Orte herankommen, die keine klassische Startbahn besitzen. Die aktuellen Flüge sollen eine Vorlage für künftige Instrumentenflugnetze im Bereich Advanced Air Mobility schaffen. Advanced Air Mobility beschreibt neue Luftverkehrsangebote mit kleinen, häufig elektrisch oder hybrid-elektrisch angetriebenen Luftfahrzeugen. Dazu zählen nicht nur senkrecht startende Muster, sondern auch Flugzeuge mit extrem kurzer Startstrecke. Als mögliche Zugangspunkte nennt Electra neben Flugplätzen auch Heliports, Parkflächen und Dächer. Welche dieser Betriebsorte später tatsächlich zugelassen werden können, ist noch nicht bekannt. Die Erprobung läuft im Umfeld des FAA eVTOL and AAM Integration Pilot Program und des Smart Airspace Program in Virginia. Beide Programme befassen sich mit der Einbindung neuer Luftfahrzeuge und Verfahren in den kontrollierten Luftraum. Für die allgemeine Luftfahrt ist vor allem relevant, wie solche neuen Verfahren künftig mit bestehendem IFR Verkehr, Platzrunden, Vorfeldbetrieb und lokaler Flugsicherung zusammenpassen. Konkrete Betriebsregeln, Zulassungsdetails und ein Zeitplan für den EL9 wurden in dem vorliegenden Material nicht genannt.
Kommentare
Was meinst du dazu? Ergänzungen, Erfahrungen, Nachfragen.
Noch keine Kommentare. Mach den Anfang.
Mit einem Konto: mitreden und antworten. Flüge aufzeichnen, Plätze abhaken, Reisen schreiben, mitreden und den Marktplatz nutzen.
Anmelden oder Konto anlegenMehr dazu
Technik & Ausrüstung · 25.09.2026Pilatus PC-12 Pro erhält zertifiziertes Safety AutolandEASA und FAA haben die Notlandefunktion für die neueste PC-12-Generation zugelassen. Das System kann bei Handlungsunfähigkeit im Cockpit einen geeigneten Flugplatz auswählen, anfliegen und die Landung automatisiert durchführen.
Technik & Ausrüstung · 21.09.2026KI Anwendungen erreichen Wartung und Cockpit der Allgemeinen LuftfahrtPlaneDNA, Merlin Pilot und Daedalean PilotEye zeigen, wie künstliche Intelligenz in der General Aviation genutzt werden soll. Die Ansätze reichen von digitalen Wartungsakten bis zu Assistenzsystemen für Flug und Kollisionsvermeidung.
Technik & Ausrüstung · 09.09.2026Robinson R44 Airtruck absolviert unbemannte Demoflüge in LouisianaDer ferngesteuerte Hubschrauber wurde Anfang September am Acadiana Regional Airport vorgeführt. Robinson sieht die R44 Airtruck vor allem als Frachtdrohne für Offshore-Einsätze.